Wetten, dass ohne Thomas Gottschalk – Das Ende der Show-Dinosaurier?

Thomas Gottschalk hat seinen Rückzug von Wetten, dass… erklärt. Auslöser war der schwere Unfall eines Wettkandidaten in der Sendung kurz vor Weihnachten 2010. Gottschalk könne dauerhaft nicht mehr einfach so weitermachen nach diesem Ereignis, erklärte er. Dabei könnte es genau der richtige Moment sein, um aus der in die Jahre gekommenen ZDF-Samstagabendshow auszusteigen.

Natürlich sorgt Wetten, dass… noch immer für hohe Einschaltquoten. Über 10 Millionen, sahen am 12.2.2011 die Sendung mit Stars wie Roxette und Take That. Aber allein letztere beide Namen stehen schon für eines der Grundprobleme: Wetten, dass… hat sich mit den Jahren zu einer Plattform für in die Jahre gekommene Künstler entwickelt, die zwar nach wie vor einen guten Namen haben, aber keineswegs mehr up to date sind. Ähnlich steht es um Gottschalk selbst. Der wirkt wie der lustige Onkel, der halt schon immer dabei war, auf den man auch nicht so recht verzichten mochte, dessen Witze aber schon lange nicht mehr lustig sind – weil man sie schon alle kennt. Da half auch die Unterstützung der hübschen Michelle Hunziker wenig. Dass Wetten, dass… überdies insgesamt eher den Charakter einer Dauerwerbesendung für Musik, Filme und Shows versprühte, während die Wetten selbst nur noch begleiteten Charakter hatten, wird sicher auch dem einen oder anderen aufgefallen sein.

Die Generation Facebook kann man damit kaum noch hinterm Ofen vorlocken. Deren Geschmäcker sind ohnehin so diversifiziert, dass eine große Samstagabendshow sie nicht zu vereinen mag. Ob Modernisierungen nach Gottschalks Abgang oder ein neuer Moderator – wer auch immer – dieses Manko überbrücken können, erscheint zweifelhaft. Vielleicht ist es ja tatsächlich das Ende des letzten verbliebenen Show-Dinosauriers.